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So werden aus Papiervorlagen Dateien

Papiervorlagen vektorisieren

Ein erheblicher Anteil an Plänen und Konstruktionszeichnungen liegt noch in Papierform vor. Diese Daten in digitaler Form zu nutzen, stellt viele CAD-Anwender vor ein Problem. Denn die oft im Archiv schlummernden Vorlagen wie Architekturzeichnungen, Katasterpläne, topographische Karten oder Maschinenbauzeichnungen bedürfen einer besonderen Bearbeitung, um als brauchbare digitale Daten am PC wieder zum Leben erweckt zu werden. Bei der Konvertierung einer gescannten TIFF-Datei in das CAD-DWG/DXF -Format sollte man einige wichtige Schritte beachten, um die Daten weiter zu nutzen. Das fängt mit dem richtigen Scannen an. Meist bedingt die Vorlagengröße einen Großformatscanner. Diese für Formate bis AO optimierten Geräte stellen Colortrac, Contex, Graphtec, Kip, Oce, Roth+Weber und Vidar her. Besonderes Augenmerk sollte beim Kauf und der Nutzung dieser Geräte dem jeweils angewandten Konstruktionsprinzip gelten. So bestimmt zum Beispiel die Entfernung des zu scannenden Plans vom Objektiv (Länge des optischen Pfads) maßgeblich den Bereich der optimalen Tiefenschärfe und beeinflusst damit unmittelbar die Qualität des Scan-Ergebnisses. Mit Hilfe von Spiegeln wird dieser Bereich erweitert. Bei einer optimalen Lösung erscheinen selbst Falten der Vorlage zum Beispiel bei gefalteten Plänen noch scharf. Somit müssen empfindliche Originale nicht unnötig beansprucht werden, um gute Resultate zu erhalten. Darüber hinaus hängt die Scan-Qualität auch von der Sensortechnik ab, die jeweils zum Einsatz kommt. Mit CCDs (Charge Coupled Device, lichtempfindliche Sensoren) ausgestattete Kamera-Scanner sind dabei den (preisgünstigeren) LED-Scannern überlegen. CCDs der neuesten Generation haben nicht nur vier Pixelzeilen (drei für die Farben Rot, Grün und Blau und eine für Graustufen), sondern verfügen darüber hinaus über einen weitaus größeren Schärfebereich. Für das Scannen der großformatigen Vorlagen benötigt man zudem eine hohe Auflösung, um exakt zu vektorisieren. Anwender sollten daher stets auf die "echte" oder physikalische Auflösung des Scanners achten. Die physikalische Auflösung sollte mindestens 300 dpi betragen. Scannt man Pläne mit eingeschalteter Option "Error Diffusion" oder "Image Enhancement", gestalten sich das Bearbeiten der Rasterdatei und die Vektorisierung später.

Vektorisierung

Gescannte Bilder werden zunächst als Raster- Dateien (Pixel) gespeichert, die sich in CAD-Systemen nicht direkt oder nur eingeschränkt bearbeiten lassen. Funktionen in CAD, zum Beispiel für die Bemaßung erfordern aber Vektoren. Daher müssen die monochromen (schwarzweiß) Rasterdateien (TIFF, BMP, PCX) in hochwertige Vektorgrafiken (DXF) umgewandelt werden. Technische Zeichnungen und Pläne in die entsprechende Form zu konvertieren, ist die Aufgabe von Vektorisierungssoftware. Derartige Anwendungen erlauben im Zusammenspiel mit Großformatscannern das Umwandeln von analogen oder digitalen Vorlagen in eine Vektordatei. Eine Vektorisierung empfiehlt sich gerade bei einer Vielzahl von Bestandszeichnungen, wenn diese in CAD-Systemen weitergeführt werden sollen. Es gibt verschiedene Softwarelösungen auf dem Markt, um Rasterdaten zu vektorisieren. Das Haupteinsatzgebiet und die Stärken der angebotenen Applikationen wie Autodesk Raster Design 2004, CADRaster LTX/PRO, GTXRasterCAD, RxAuto-Image, Vectory-AS, Wiselmage für CAD und VPHybrid- CAD liegen im Bearbeiten monochromer Strichvorlagen wie Architekturpläne, Kataster, Anlage- und Maschinenbaupläne, Ansichtsskizzen und technischen Zeichnungen. Zur einfachen Umwandlung farbiger oder Graustu¬fenbilder in monochrome Dateien bie¬ten die genannten Programme außerdem oft eine Reihe von Konvertierungsroutinen an. Zahlreiche Filter- und Bearbeitungsfunktionen ermöglichen zudem die nachträgliche Verbesserung und Optimierung der Scan-Qualität. Flecken werden entfernt, Linien geglättet und schief gescannte Vorlagen korrekt ausgerichtet. Manche Scan-Hilfsprogramme ermöglichen selbst das Scannen großformatiger Zeichnungen mit einem A4-Scanner. A3-oder A2 -Vorlagen werden in mehreren Schritten leicht überlappend gescannt. Programme setzen die Teilbilder automatisch und passgenau zusammen.

Automatische Vektorisierung

Dass die Vektorisierung ein sehr komplexer Vorgang ist, spiegelt sich allein schon in den zahlreichen Optionen der entsprechenden Software wider. Mit Hilfe der automatisierten Linienverfolgung werden zum Beispiel geometrische Objekte und deren Beziehungen im Pixelbild erkannt. Mit Features wie diesem ist es möglich, dem angestrebten Ergebnis nahe zu kommen, denn das Ergebnis bleibt letztlich immer nur eine Annäherung und bedarf je nach Güte der Software unterschiedlichen Nachbearbeitungsaufwands. Für einfache Digitalisierungsaufgaben hat sich die Lösung CAD Raster LTX auf Basis von CAD bewährt. Mit CAD Raster lassen sich Rasterdateien in eine CAD-Zeichnung einbinden oder direkt aus dem scannen. Damit können Anwender die Vorteile der CAD-Funktionen der Autodesk-Produkte gleichermaßen nutzen. Raster und Vektor werden gemeinsam angezeigt und bearbeitet. Werk-zc-ce wie Lupe und Fangfunktionen sorgen für die nötige Produktivität, die auch von Einsteigern nach kurzer Zeit «reicht wird. Das Startpaket aus CADRaster LTX und CAD LT schafft eine kostengünstige Erfassungslösung und entlastet vorhandene Facharbeitsplätze. Anforderungen an Softwareprogramme, die über generierte Rasterdaten verarbeiten können, fallen Anwendungsumfeld von Geographie, Geodäsie und phie besonders hoch aus. Ein besonderes Glanzlicht in der Vektorisierung von farbigen Rasterdaten, wie sie das Produkt VPstudio von der Firma Softelec erlaubt. Interaktive Bestimmung eines Farbbereichs macht es, in farbigen Kartendokumenten automatisch oder Linienverfolgung (Tracing) direkt Vektorelemente zu, die es dann erlauben, etwa bei Höhenlinien, 3D-:Szenarien zu erzeugen. Zum Funktionsspektrum gehören zahlreiche Features zum punktgenauen Entzerren und Kalibrieren gescannter Kartendokumente. Leistungsfähige und benutzerfreundliche Entzerrungskorrekturen bietet andererseits auch Autodesk Raster Design. Das Ergebnis der Entzerrungsberechnung, die Georeferenzierungsinformation, können Anwender mit der Rasterdatei gemeinsam abspeichern, um die Bilder zum Beispiel später in Autodesk Map automatisch richtig einzufügen. Die Fangfunktion in CAD berücksichtigt nun auch Rasterelemente. Linien, Kreise und Bögen werden als solche erkannt und können wie CAD-Zeichnungs-Elemente über die "Griffe" bearbeitet werden. Rasterdaten mit ursprünglich unterschiedlicher Auflösung und Farbtiefe lassen sich in einer Datei zusammenführen. Sogar CAD-Elemente kann man in Rasterdateien übernehmen. Für Anwender, die nur selten Vorlagen vektorisieren lassen wollen oder die besondere Ansprüche an das Ergebnis stellen, empfehlen sich externe Dienstleister. Das Konvertieren einer AO-Zeichnung in eine CAD-Datei kostet durchschnittlich 115 Euro (zzgl. MwSt.), das Angebot wird in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach Zusenden der Vorlage erstellt und die Lieferung der CAD-Datei erfolgt komfortabel per E-Mail. Angesichts der Anschaffungskosten einer kompletten Vektorisierungslösung kann dies eine lohnenswerte Alternative darstellen.

Fazit

Die Vektorisierung von Bestandsplänen wird tagtäglich erfolgreich durchgeführt. Die Grundvoraussetzungen für exakte und hochwertige Vektorisierungsergebnisse liegen in einer hohen Scan-Qualität und einer optimalen Abstimmung von Großformatscanner-Software und -Hardware. Gepaart mit einer leistungsfähigen Vektorisierungssoftware steht der Konvertierung von Rasterdaten und ihrer Nutzung in CAD nichts mehr im Wege vorausgesetzt die Qualität der Software und der Kenntnisstand der Anwender vor dem PC stimmen.

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